Das Heimatspiel " Der Bachtanz von Selbold " war eine melodienreiche und historische Aufführung. Sie fand am Marktplatz und an der Brücke der Gründau statt. Das Festspiel erinnert an den historischen Widerstand der Selbolder Bauern gegen die Landesherren, vermutlich zwischen 1460 und 1465.

Marktplatz von Langenselbold im Jahr 1743.
Diese wollten seinerzeit von den Bauern immer höhere Steuern, um ihren aufwendigen Lebensstil ( Kriege, Burgen, Hofhaltung und Mätressen ) finanzieren zu können.
Die Selbolder Bauern aber weigerten sich den höheren Tribut zu leisten. Daraufhin beschlossen die Landesherren die Mainzer Soldaten nach Selbold zu schicken, um das Geld mit Gewalt einzutreiben.
Bei einer Rast in der Nähe von Hanau beratschlagten die Soldaten wie man am besten gegen das Dorf vorgehen könne. Dabei wurden sie von einem Bettler belauscht, der die Kunde von dem bevorstehenden Angriff auf dem schnellsten Wege nach Selbold brachte. Sofort wurde hier die Bevölkerung mittels einer Glocke zusammengerufen. Frauen, Kinder und die Alten schickte man zur Sicherheit hinter die Kirchhofmauern, während die Männer sich am Dorfeingang hinter den Häusern versteckten.

Mainzer Soldaten im Jahr 1793.
Als die Soldaten anrückten wurden sie mit Dreschflegeln, Sensen und Mistgabeln aus dem Hinterhalt angegriffen. Pferde und Reiter gerieten dabei so sehr in Panik, das sie unverrichteter Dinge die Flucht ergriffen.
Als dies auf dem Kirchhof bekannt wurde, war die Freude groß und Weiber und Kinder tanzten übermütig durch den Bach. Dieser Übermut wurde den Selboldern als Strafe auferlegt. Fortan mußten sie einmal im Jahr durch den Bach tanzen oder 20 Halfter Hafer Strafe zahlen.
Quelle: " Im Wandel der Zeiten " - Erinnerungen an mein Gründauer Heimattal - von Wilhelm Klitscher
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